Wer wir sind

Die St. Nikolausgruppe Zollikerberg entstand aus dem St.-Michaels-Club der katholischen Kirche Zollikerberg.

Im Dezember 1975 zogen wir zum ersten Mal durch die Gemeinde: wir, die Samichläuse und Schmutzlis des St.-Michael-Clubs Zollikerberg. Damals, während der Fasnachtszeit, entspross die Idee, das Chlausen in der Gemeinde Zollikon organisiert einzuführen.
Gleich nachdem der St.-Michaels-Club gegründet worden war, wurden Vorschläge für Aktivitäten gesucht. Hans Theurer schlug den „St. Nikolaus“ vor, und prompt blieb der Vorschlag an ihm hängen – und damit eine Menge Arbeit für ihn und seine Frau Marianne. Von der Kirche erhielten die Initianten alte, ausgediente Messgewänder, Rauchmäntel und Kelchtücher.

Das Clublokal in Kirchgemeindehaus wurde bald zur Nähstube, wo die fleissigen Hände von Marianne Theurer, Sue Arpagaus und Elsbeth Egli aus den ausgedienten Messgewändern Bischofsmäntel schneiderten. Der braune Wollstoff für die Schmutzli-Kutten wurde direkt ab Fabrik eingekauft. Die ausgedienten Kelchtücher fanden ihre Widerverwertung bei den Mytras.

Währenddem Hans seine neuen Mitarbeiter einschulte, begann für Marianne der organisatorische Teil. Mit einem Inserat im Pfarrblatt machte sie erstmals auf den St. Nikolaus aufmerksam und hütete fortan das Telefon, koordinierte, schrieb Einsatzpläne für Zollikerberg, Zollikon, Zumikon und Forch, suchte Strassen und Häuser heraus.

Während sich die Chläuse und Schmutzlis im Vortragen und Vorlesen übten, schneiderten die Frauen die Kelchtücher zu Mitras um und nahmen bei den Messgewändern da und dort eine Änderung vor. Für die Chläuse konnte man, dank einer Spende der Kirchenpflege und von Gody Baumberger, schon im ersten Jahr drei herrlich weisse Bärte besorgen; die Schmutzli dagegen mussten sich ein wenig gedulden und redeten in den ersten Chlaustagen durch einen beissenden Hanfbart.

Die für alle beteiligten anstrengenden Vorbereitungsarbeiten dauerten bis genau fünf Minuten vor dem grossen Start, denn erst dann wurde auch das letzte Utensil geliefert: der glänzende Hirtenstab, eigens von Walter Epper fabriziert für die Chläuse. So entstanden innert drei Wochen ansehnliche Chlausenpaare.

In den ersten drei Chlaustagen der St.-Michaels-Gruppe wurden 46 Familien und zwei Kindergärten besucht. Ein Erfolg, der das ganze Team, angefangen bei den Chläusen, den Schmutzli und den Eseln – womit in der Samichlaussprache die treuen und überaus wichtigen Fahrer gemeint sind – bis zu den Helferinnen (Engeli), nicht nur aufstellte, sondern ihm auch bestätigte, dass der Besuch des Sankt Nikolaus allen grosse Freude bringt und ein echtes Bedürfnis darstellt.
Somit stand bereits damals fest, dass diese Samichlausaktion des St.-Michael-Clubs zu einer Tradition werden wird. Mit dem erzielten bescheidenen Benefiz (je Besuch wurden 15 Franken Unkostenbeitrag entgegengenommen) wurden für nächsten Winter Schmutzlibärte besorgt.

In den nachfolgenden Jahren hatte sich die Zahl der besuchten Familien ständig vergrössert. Auch das Chlaus-Team spielte sich immer besser aufeinander ein.
Treten der Samichlaus und der Schmutzli in den Familien immer als starke Persönlichkeiten auf, die nichts so schnell aus der Ruhe bringen kann, so sieht es hinter den Kulissen manchmal etwas anders aus. Schliesslich besteht da ein Zeitplan, der jeden Abend eingehalten werden muss.

Und so besteht die St. Nikolaus Gruppe Zollikerberg noch heute. Einiges hat sich seit damals verändert. So hat die moderne Zeit auch bei uns Einzug gehalten, können sich die Familien doch heute elektronisch über unsere Webpage anmelden, intern wird viel über E-Mail kommuniziert und ein Logo wurde kreiert.

Vieles ist jedoch auch beim Alten geblieben. Wir operieren nicht mit Angst – vielmehr lesen wir stets die St. Nikolaus-Legende vor und sorgen für eine weihnachtliche Stimmung.
Wir, die Chläuse, Schmutzlis, Fahrer und die anderen Mitarbeiterinnen arbeiteten selbstverständlich unentgeltlich. Die jährlich eingenommen Beträge verschwinden nicht einfach in der Vereinskasse, sondern werden nach grossem Vorbild des heiligen Nikolaus weitergeleitet, an Institutionen, die sich für Kinder in der Gegend einsetzten. So lebt der Wille des weisen Mannes aus dem Osten nicht nur am Abend in den Familien auf, sondern wird auch auf das alltägliche Leben übertragen.

Der alte Brauch des Sankt Nikolaus, der um den 6. Dezember Familien und vor allem Kinder besucht, hat in der heutigen Zeit noch immer einen hohen Stellenwert und entpuppt sich jedes Mal als einmaliges Familienfest in der Adventszeit. Der St. Nikolaus ist kein Böölimaa, sondern ein Mann, der Freude bereitet, auf Weihnachten einstimmt. Er ist kein Fremder, sondern ein gerngesehener Gast, für kurze Zeit ein Freund der Familie.