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Letzte Änderung:
March 17. 2020 10:24:29
 
 
 
 

Nikolausgeschichte für Kinder

Geboren wurde ich um das Jahr 280/286 in Patra, das ist eine Stadt die ungefähr 60 Kilometer von meiner späteren Bischofsstadt Myra entfernt ist. Früher war Patara eine kleine Stadt. Jeder kannte Jeden. Schon dort war ich sehr bekannt. Um das Jahr 350 nach Christus war ich Bischof von Myra, dem heutigen Demre (oder auch Kale) in der Türkei. Heute stehen dort noch Reste einer alten und schönen Nikolauskirche. Es werden aber keine Gottesdienste mehr gefeiert. Sie ist heute ein Nikolausmuseum.

Wie ihr wisst, geht das Leben der Menschen eines Tages zu Ende. So war es auch mit meinem Leben auf der Erde. Gestorben bin ich um das Jahr 343/351 in Myra in der Martyrionkirche. Dort war ich auch begraben. Viele Menschen sind zu meinem Grab gekommen und haben gebetet. Sie haben sich an die wunderbaren Dinge aus meinem Leben erinnert und baten um meine Hilfe. Diese Kirche war bald zu klein und die Menschen bauten eine grössere und schönere Kirche, der sie meinen Namen gaben. Meine Gebeine wurden aber im Jahr 1087 von Kaufleuten nach Bari in Italien gebracht. Dort liegen sie heute in einer schönen und grossen Nikolausbasilika und viele tausende Menschen kommen jedes Jahr, um mein Grab zu besuchen. Und was denkt Ihr? Könnte ich diese Menschen alleine lassen?

Nein, natürlich nicht. Jedes Jahr darf ich in verschiedenen Gestalten zu den Kindern und Erwachsenen kommen und Freude bereiten. So wird bei den Menschen mein Andenken bewahrt. Ja, ich bringe Freude. Wenn Euch Mama, Papa, Oma oder Opa erzählen, dass ich die Kinder für ihre bösen Taten bestrafe, dann stimmt das nicht! Wäre das nicht eine schlimme Sache? Ihr kennt doch sicherlich einige Nikolausgeschichten, oder? Habe ich da je Kinder bestraft? Eigentlich nicht. Ich möchte den Kindern helfen, gute Kinder zu werden. Dazu muss ich aber niemanden bestrafen. Vielleicht muss ich manchmal Dinge zu Euch sagen, die Euch nicht so gut gefallen, aber das ist doch nur eine winzige Nebensache. In erster Linie komme ich, um Euch Kindern eine Freude zu machen und vielleicht ein kleines Geschenk zu bringen. Der Nikolaus ist ein lieber und guter Mann, und das wird auch immer so bleiben.

Meine Geschichte wurde von Christof Kolumbus im Dezember 1492 nach Amerika gebracht. Mit der Zeit wussten die Menschen dort aber nicht mehr so richtig, was mit Weihnachten anzufangen. Sie kannten zwar die Berichte aus der Bibel, die uns von der Geburt Jesu erzählen, aber irgendwer musste ja schließlich die Geschenke bringen. So kam man auf die Idee mit dem Weihnachtsmann.
Ein Werbegrafiker bekam 1931 den Auftrag für Coca-Cola ein Werbeschild mit einem Weihnachtsmann zu entwerfen. Und kurz darauf war der Weihnachtsmann in rot weiss (den Coca-Cola-Firmenfarben) geboren. Erst jetzt lernten viele Menschen den «Weihnachtsmann» kennen.

Ihr könnt Euch sicherlich denken, dass die Menschen dadurch ganz schön durcheinander kamen, denn schliesslich sah der Weihnachtsmann nun fast so aus, wie der Nikolaus. Viele Kinder stellen sich den Nikolaus deshalb genauso vor - wie man ihn in der Vorweihnachtszeit in der Fernsehwerbung sehen kann. Darum gibt es Leute, die mich WEIHNACHTSMANN nennen, das bin ich aber nicht!

Natürlich habe ich viele Dinge zum Anziehen, und so sehe ich nicht überall gleich aus, aber ich bin trotzdem der Nikolaus und nicht der Weihnachtsmann!

 

 
 
 
 
 

 

St. Nikolaus Gruppe Zollikerberg